Tuna-Kuriositäten jenseits der Meisterfrage
Fortuna war nie Bundesliga-Meister – das wissen die Nachbarn. Spannender sind die Geschichten dahinter.
Dass Fortuna Düsseldorf noch nie Meister in der Bundesliga geworden ist, wissen in Köln, Mönchengladbach und Leverkusen alle. Doch hier kommen Fun Facts rund um ,,Tuna“, die nicht jeder kennt…
Gerd Zewe: Kaiser vom Rhein im Schatten Beckenbauers
Düsseldorfs Rekordspieler Gerd Zewe spielt wie Beckenbauer – kommt international aber nie an ihm vorbei.
Der Kaiser vom Rhein: Leichtfüßig und mit großer Übersicht sowie mit hohem Spielverständnis, also so wie Franz (Franz) Beckenbauer, spielt Gerd Zewe im Dress von Fortuna Düsseldorf. Der Rekord-Spieler der Rheinländer kommt aber am Münchner Original nie wirklich vorbei und macht nur vier Länderspiele. Er darf nach Beckenbauers Abschied aus der Nationalelf zwar mit zur WM 1978 nach Argentinien, bekommt aber nur einen kostenlosen Zuschauerplatz auf der Bank oder der Tribüne, wenn der amtierende Weltmeister spielt.
Bundestrainer Schön setzt auf Berti Vogts, Manfred Kaltz, Rolf Rüssmann und Bernhard Dietz in der Abwehr – auch im entscheidenden Spiel gegen Österreich, das in der „Schmach von Cordoba“ endet.
Karl Werner und die Düsseldorfer Karlo-Partei
Ein Bundesligaspieler bekommt an der Uni eine eigene Partei: die DKP – Düsseldorfer Karlo-Partei.
Die Karlo-Partei: Ein Spieler von Fortuna Düsseldorf genießt absoluten Kult-Status. Es ist Karl ,,Karlo“ Werner, der 145-mal in der Bundesliga für die Düsseldorfer aufläuft. An der Uni wird eine Partei nach Werner benannt: Die DKP – Düsseldorfer Karlo-Partei.
Ob sie jemals die F95-Hürde genommen hat, ist nicht bekannt…, was die nicht gerade zu Humor neigenden Kommunisten und DDR-Freunde der DKP (Deutschen Kommunistischen Partei) in der alten BRD zur Carlo-Partei denken, ist auch nicht überliefert.
Drei-Jahres-Fluch: Fortunas Bundesliga-Rhythmus seit 1987
Seit dem Abstieg 1987 hält sich Fortuna nie länger als drei Spielzeiten in der Bundesliga.
Nie länger als Drei: Seit dem zweiten Abstieg von 1987 hat sich die Fortuna nie länger als drei Spielzeiten in Folge in der -Bundesliga halten können. Von 2002 bis 2004 muss sie gar in der damals viertklassigen Oberliga spielen. 2008 schafft der Verein zunächst die Qualifikation für die neu gegründete 3. Liga.
2009 gelingt die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2012 schafft das Team über die Relegationsspiele den Sprung in die Bundesliga. In der Folgesaison steigt man unter dramatischen Umständen jedoch direkt wieder ab.
Platz 10 unter Funkel und der Streit mit Schäfer
Fortuna belegt 2018/19 Platz 10 – mittendrin will Geschäftsführer Schäfer Trainer Funkel loswerden.
Platz 10 und der „alte Mann“: Platz 10 bedeutet 2018/19 für die vom Rheinländer Friedhelm Funkel trainierte Mannschaft einen Achtungserfolg. „Die Fortuna war eine der größten Überraschungen“, sagt F95 Ex-Profi Mike Rietpietsch, ,,das war nur möglich, weil endlich Ruhe in den Verein eingekehrt ist.“ So ruhig ist es allerdings auch wieder nicht, in der Winterpause gibt Geschäftsführer Robert Schäfer die Trennung von Funkel zum Saisonende bekannt, weil man sich nicht über die Vertragsdauer einigen kann. Der Aufsichtsrat pfeift Schäfer nach massiven Fan-Protesten zurück und am Saisonende muss er gehen, während Funkel immer noch da ist (Stand Dezember 2019).
Friedhelm Funkel: Sechs Aufstiege, ein deutscher Rekord
Mit Fortunas Aufstieg 2018 stellt Funkel seinen sechsten Bundesliga-Aufstieg als Trainer auf – Bestmarke.
Friedhelm, der Rekord-Aufsteiger: Trainerlegende Friedhelm Funkel kommt erst 2016 zu Fortuna Düsseldorf. Dem gebürtigen Neusser gelingt 2018 in Diensten der Fortuna ein neuer Rekord. Der Bundesliga-Aufstieg (als Meister der 2. Liga) ist der sechste seiner Karriere – und damit eine absolute Bestmarke.
Zuvor hat Funkel Bayer Uerdingen (zweimal), den MSV Duisburg, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt in die Bundesliga geführt. Am 5. Oktober 2019 leitet Funkel in Diensten von Fortuna Düsseldorf bei der 1:3-Niederlage bei Hertha BSC sein 500. Spiel als Bundesliga-Trainer. Am 29. Januar 2020 gibt F95 die Trennung von Funkel bekannt.
Funkel erklärte daraufhin, dass seine Karriere als Trainer nun beendet sei.
Lumpi Lambertz: Vom Viertligisten in die Bundesliga
Andreas „Lumpi“ Lambertz marschiert mit Fortuna von der vierten Liga bis in die Bundesliga durch.
,,Lumpi“ Lambertz: Alles mitgemacht. Der ehemalige Fortuna-Jugendspieler Andreas ,,Lumpi“ Lambertz ist 2012 am Ziel seiner Träume und stellt einen einmaligen Rekord im deutschen Profifußball auf. Mit den Düsseldorfern steigt er in die Bundesliga auf, nachdem er zuvor mit den Flingeranern von der vierthöchsten Spielklasse bis ganz nach oben durchmarschiert ist.
45 Minuten Weltmeistersturm aus Düsseldorf
Im ersten Spiel nach dem WM-Titel 1974 stellt Fortuna Düsseldorf eine Halbzeit lang den kompletten DFB-Sturm.
Der Weltmeistersturm: Im ersten Spiel nach der gewonnen WM 1974 tritt Deutschland am 4. September in Basel an. Bundestrainer Helmut Schön experimentiert und gibt neben dem schon bei der WM eingesetzten Linksaußen Dieter Herzog auch Reiner Geye auf rechts eine Chance. Zur Pause wechselt er noch Mittelstürmer Wolfgang Seel ein, wodurch Fortuna Düsseldorf 45 Minuten lang den Sturm des amtierenden Weltmeisters bilden darf.
Ein ebenso stolzer wie einmaliger Tag in der Klubgeschichte, der durch Geyes Siegtreffer zum 2:1 gekrönt wird.
Allkauf auf der Brust: ARD und ZDF drohen mit Boykott
Fortunas Brustsponsor Allkauf wird 1974 zum Streitfall mit den öffentlich-rechtlichen Sendern.
Rotes Tuch für das öffentlich-rechtliche TV: Fortuna ist 1974 einer der ersten Bundesligisten, der sich einen Brustsponsor zulegt. Eintracht Braunschweig hat 1973 mit „Jägermeister“ den Bann gebrochen, der DFB genehmigt Zähne knirschend den Tabubruch. Nicht so die öffentlich-rechtlichen TV-Sender.
Fortuna wirbt auf ihren knallroten Trikots für die Supermarktkette „allkauf“ (Honorar: 50.000 DM pro Jahr) und wird somit zum roten Tuch für ARD und ZDF, die androhen keine Spiele von gesponsorten Klubs zu übertragen – wegen Schleichwerbung. Allkauf will daran nicht schuld sein und kündigt den Vertrag kurzfristig, so dass Fortuna 1975/76 wieder eine blanke Brust hat. Aber nicht für lange, mit den Zeiten ändern sich auch die Ansichten über die Kommerzialisierung im Profisport und schon ab 1976 wirbt Fortuna für den Versicherer Arag.
Das Trikot mit dem gelben Kreis auf der Brust wird Kult unter den Fans.
Benfica Lissabon: Testspiel mit Europapokal-Geschichte
Vor dem Bundesliga-Comeback 2012 trifft Fortuna auf Benfica – den letzten Europapokal-Gegner des Klubs.
Wiedersehen mit Benfica: Vor dem Bundesliga-Comeback 2012 ist Benfica Lissabon Testspielgegner der Fortuna. Der Klub aus Portugal ist in der Saison 1980/81 auch Fortunas letzter Gegner in einem europäischen Wettbewerb, im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger.
Manni Burgsmüller: Schreck vom Rhein mit 17 Toren
Kein Angreifer trifft so oft gegen Fortuna wie Manfred Burgsmüller, der 2019 verstarb.
Manni, der Fortunen-Schreck: Stürmerlegende Manfred ,,Manni“ Burgsmüller ist im Mai 2019 überraschend verstorben. Der Angreifer, der u. a. für den BVB, Rot-Weiß Essen und Werder Bremen spielt, ist mit 17 Toren in 29 Pflichtspielen der absolute Schreck vom Rhein. Kein anderer Spieler erzielt mehr Tore gegen die Fortuna.
Juanan: Der einzige Spanier in Fortunas Bundesliga
Unter allen Bundesliga-Legionären Fortunas ist Juanan der bislang einzige Spanier.
Nur ein Spanier: Unter den Legionären, die in der Bundesliga für Fortuna Düsseldorf auflaufen, befindet sich mit Juanan nur ein einziger spanischer Spieler. Von Real Madrids B-Mannschaft 2011 verpflichtet, bestreitet der Innenverteidiger bis 2014 insgesamt 39 Pflichtspiele.
Frank Kirn: Mit 17 Jahren jüngster Fortune der Bundesliga
Torhüter Frank Kirn debütiert 1986 mit 17 Jahren und löst Ralf Loose als jüngsten Fortunen ab.
Jüngster Spieler? Ein Keeper: Der jüngste Spieler in der Bundesliga-Historie von Fortuna Düsseldorf ist Torhüter Frank Kirn. Bei seinem Debüt am 18. Oktober 1986, einem 0:4 gegen den 1. FC Köln, ist er 17 Jahre, acht Monate und einen Tag alt und überholt damit den legendären Libero Ralf Loose, der 1978 mit 18 Jahren, sechs Monaten und vier Tagen beim 4:1 gegen Kaiserslautern erstmals das Fortuna-Trikot trägt.
Sven Demandt: 35 Tore und Rekordschütze der 2. Liga
Sven Demandt trifft 1988/89 35-mal für Fortuna und bleibt Rekordschütze der eingleisigen 2. Bundesliga.
Tore on Demand (t): Kein anderer Spieler hat mehr Treffer in einer Spielzeit für Fortuna Düsseldorf erzielt als der gebürtige Kölner Sven Demandt. Er läuft in zwei Vertragsperioden, 1984 bis 1989 und 1990 bis 1992 für die Fortunen auf. In der erfolgreichen Zweitliga-Saison 1988/89 erzielt Demandt in 38 Spielen 35 Tore.
Er wird damit Torschützenkönig der 2. Liga. Mit 121 Toren ist er auch bester Schütze in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga seit 1981.
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[TODO faktencheck]
F95 — Financial Stability Score
Fortuna Düsseldorf — Detaildaten werden aus dem DFL 2.BL-Report nachgepflegt. Aufstiegskandidat mit Großstadt-Potenzial.