Wer in Düsseldorf nicht willkommen ist
Vier Figuren, die Fortuna Düsseldorf entweder geschadet, gespalten oder finanziell ausgeblutet haben.
Für diese Typen ist in Düsseldorf nicht mal an der längsten Theke der Welt Platz…
Michael Preetz: vom Fortuna-Stürmer zum Hertha-Kläger
Der gebürtige Düsseldorfer Preetz wollte 2012 als Hertha-Sportdirektor den Fortuna-Aufstieg per Wiederholungsspiel kippen und scheiterte vor dem DFB-Bundesgericht.
Torjäger im Shitstorm. Der gebürtige Düsseldorfer, der zwischen 1986 und 1990 20 Tore in 88 Liga-Spielen für die Fortuna erzielt hat, versucht 2012 mit allen juristischen Mitteln den Aufstieg seines Ex-Klubs via Relegation zu verhindern. Obwohl der DFB am 21. Mai 2012 ein Wiederholungsspiel der chaotischen Partie in der Düsseldorfer Arena in erster Instanz ablehnt, gehen Sportdirektor Preetz und die Hertha vor das DFB-Bundesgericht.
Sie scheitern krachend. Auch, weil der Berliner Trainer Otto Rehhagel peinliche Weltkriegs-Vergleiche bemüht: ,,Ich habe 1943 in einem Keller im Ruhrgebiet gesessen, als uns die Amerikaner bombardiert haben.“ Die Fortuna-Volksseele kocht. Der Facebook-User Oliver Kaelke schreibt: ,,Arm, Berlin, das ist richtig arm.
So schlechte Verlierer sollte man aus dem Profifußball verbannen.“ Michael Marusic empfiehlt: ,,Hertha, akzeptiert es endlich, ihr Memmen, und plant für die 2. Liga – am besten ohne Michael Preetz!“ Thomas Nolting schreibt ,,M. P., dieser Vollidiot, macht Hertha kaputt!“ und Ferdinand Lasalle sieht klar: ,,Michael Preetz ist in Düsseldorf soeben zur Persona non grata erklärt worden. Er darf ab jetzt die Stadtgrenzen Düsseldorfs nicht mehr betreten und muss auch den Luftraum in einer Zone von 100 internationalen Meilen weiträumig umfliegen.“ Social Media macht mutig.
Mister 15 Prozent: Wie Kölmel an jedem TV-Euro mitverdient
Ein Vermarkter-Vertrag aus der Regionalliga-Not 1999 kostet Fortuna bis 2023 fünfzehn Prozent aller Bundesliga-TV-Gelder.
Dr. Michael Kölmel: Und sie zahlen immer noch… An der finanziellen Misere der 1990-er und frühen 2000-er Jahre leidet Fortuna Düsseldorf bis heute. Selbst nach dem Bundesliga-Aufstieg 2018 muss der Klub weiterhin einen satten Anteil der TV-Gelder an Michael Kölmel (,,Kinowelt“) bezahlen.
15 Prozent der im ,,Oberhaus“ erlösten TV-gelder müssen an Kölmel überwiesen werden. Der Ursprung dieser Vereinbarung geht auf das Jahr 1999 zurück. Fortuna spielt in der Regionalliga West-Südwest, mit ebenfalls gestrandeten Ex-Bundesligisten wie Rot-Weiß Essen, KFC Uerdingen oder Wattenscheid 09. Im ,,Sammelbecken für Bankrotteure“ (Pirmasenser Zeitung, 2. Dezember 1999) schließt man einen Vermarkter-Vertrag mit dem Inhaber der „Sportwelt“ ab.
Kein guter Deal. Der Klub erhält einen 7,4 Millionen Euro Sofort-Kredit, im Gegenzug bekommt der bereits 2002 wegen Insolvenzverschleppung verurteilte Kölmel seit 2008 diese Summe zurückgezahlt plus 15 Prozent aller Einnahmen aus Fernsehrechten. Die Fortuna versucht später, den Vertrag juristisch zu annullieren.
Einziger Erfolg: Im April 2013 können die Abgaben an ,,Mister 15 Prozent“ durch eine Sondertilgung um 50 Prozent reduziert werden. Bis 2023 – sollte es nicht wieder einen solchen Schnitt geben – erhält Kölmel nach Informationen von SPORT BILD weiterhin 15 Prozent aller TV-Gelder von Fortuna Düsseldorf. Allein 2018 kassiert der Geschäftsmann beim Aufstieg 3,7 Millionen Euro.
Darko Pancev: Weltpokalsieger, der bei Fortuna verglühte
Der mazedonische Stürmer kam 1995 als Star von Roter Stern Belgrad — und traf in 14 Spielen für Fortuna nur zweimal.
Der größte Transfer-Flop. Es mutet bizarr an, dass der mazedonische Stürmer Darko Pancev, immerhin Europapokalsieger der Landesmeister und Weltpokal-Sieger von 1991 mit Roter Stern Belgrad, nach einem bereits als erfolglos deklarierten Gastspiel bei Absteiger VfB Leipzig (1993/94) im Jahr 1995/96 beim Bundesliga-Kellerkind Fortuna Düsseldorf anheuert. In 14 Spielen kommt Pancev nur auf zwei Tore, ab März 1996 steht er nicht mehr im F95-Kader.
Umgerechnet eine halbe Million Euro Leihgebühr hat Fortuna Düsseldorf für den Mittelstürmer an Inter Mailand gezahlt.
F95 — Financial Stability Score
Fortuna Düsseldorf — Detaildaten werden aus dem DFL 2.BL-Report nachgepflegt. Aufstiegskandidat mit Großstadt-Potenzial.
Trainer, an denen die Fortuna scheiterte
Uwe Rösler leitet als Trainer den Abstieg 2020 ein.
Uwe Rösler: Der Trainer des Abstiegs 2020
Nach der Entlassung von Friedhelm Funkel sollte Rösler die Fortuna stabilisieren — und führte sie stattdessen aus der Bundesliga.
Uwe Rösler leitet als Trainer den Abstieg 2020 ein. Der ehemalige Manchester-City-Spieler kann die Mannschaft nach der Entlassung von Friedhelm Funkel nicht stabilisieren.