Eklat vor der Haupttribüne: „Sag zum Abschied leise „Servus", heißt es im Klassiker von Erwin Bolt und seiner Tanzkapelle. Doch das ist Wolfgang Kleff zu wenig. Am Ende seiner Gladbacher Zeit und nach einem kurzen Gastspiel bei Hertha BSC schließt sich „Otto“ Kleff im Jahr 1982 Fortuna Düsseldorf an.
Der damals 35-Jährige Torwart-Oldie ist schnell Publikumsliebling. Trotz guter Leistungen wird sein Vertrag im Mai 1984 nicht verlängert. Am 33. Spieltag darf Kleff im letzten Heimspiel von F95 in der Saison nochmal von Beginn an spielen.
In der 73. Minute reicht es ihm. Er täuscht eine Verletzung vor und lässt sich auswechseln. Kleff bricht fit und fröhlich zu seiner Ehrenrunde auf.
Die Zuschauer huldigen „Otto" und erhalten zurück: „Ich habe den Fans halt gegeben, was sie haben wollten: Handschuhe, Trikot, Schuhe und und und“, erzählt er später. Dann kommt es zum Eklat vor der der Haupttribüne. Kleff dreht sich um, streckt sich nach vorn und zieht blank.
Der Haupttribüne, vor allem aber Fortuna-Präsident Bruno Recht, der den Vertrag von Kleff nicht verlängern will, scheint Kleffs Hintern entgegen. „Für die Fans gebe ich mein letztes Hemd, für manch andere nur meinen Arsch", klärt Kleff nach dem Spiel auf.