Auch ziemlich unbekannt: Der erste Spiel-Abbruch der Bundesliga betrifft Fortuna Düsseldorf. Kaiserslautern, 27. November 1976. Es ist 16.56 Uhr, als ein Ereignis auf dem Betzenberg Fußball-Deutschland aufwühlt. Von der Westkurve, da wo die treuesten FCK-Fans stehen, fliegen während der Partie 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf kleine Likörflaschen auf den Platz.
Schiedsrichter Rudolf Frickel (München) macht Lauterns Kapitän Josef Pirrung auf diese Geschehnisse aufmerksam. Pirrung gibt Zeichen an den Stadionsprecher und an FCK-Coach Erich Ribbeck. Als weitere Flaschen auf den Rasen fliegen, bricht Frickel die Partie kurzerhand ab.
Es ist der erste Spielabbruch in der Bundesliga-Geschichte durch Zuschauereinfluss. Fortuna führt zu diesem Zeitpunkt mit 1:0. ,,Wochen später wird der 1. FCK für das verantwortungslose Verhalten einiger Fanatiker zur Rechenschaft gezogen“, heißt es 1978 im Buch „Die Fußball-Könige aus der Pfalz“ von Peter Lenk und Gerhard Reuther. Die Folgen: Eine saftige Geldstrafe und Punktabzug.
Fortuna gewinnt am grünen Tisch mit 2:0, weshalb es - Stand Dezember 2019 - nur in ihrer und der Statistik von Werder Bremen eigene Tore ohne Schützen gibt.