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Borussia Dortmund — Club Economics BETA

GmbH & Co. KGaA · Börsennotiert · 1. Bundesliga · Gegr. 1909 · Signal Iduna Park (81.365) · Dortmund

Wie steht Borussia Dortmund finanziell da? Borussia Dortmund erzielt einen Financial Stability Score von 68 aus 100 Punkten (Ampel: gelb). Die Eigenkapitalquote liegt bei 55.5 Prozent (Liga-Durchschnitt: 34,1 Prozent), die Personalkosten-Quote bei 44.7 Prozent. Die Verbindlichkeiten-Quote beträgt 40.9 Prozent. Das Eigenkapital liegt bei €327M.
Datenstand: DFL-Bilanz: GJ 2023/24 (Stichtag 30.06.2024) · Kaderwerte: April 2026 · Transfers: aktuell · Update: DFL GJ 24/25 erwartet Mai/Juni 2026

Bilanziell noch solide (EK 327 Mio €), aber die Quartalszahlen zeigen eine klare Abwärtsdynamik: Personalkosten steigen (+9,5%), Prognose für GJ 2025-26 auf Verlust gesenkt (-12 bis -22 Mio €), EK-Quote fällt Richtung 50%. Das „Talentfabrik-Modell" funktioniert nur bei regelmäßigen Star-Verkäufen — ohne Gittens-Transfer wäre H1 2025-26 tiefrot. Der BVB verdient operativ kein Geld und ist existenziell von CL-Teilnahme und Transfererlösen abhängig.

Die zentralen Stärken im Überblick: Zweithöchstes EK der Liga (327 Mio €) bei starker EK-Quote (55,5%) Erfolgreiche Spielerentwicklung: 4 Verkäufe über 75 Mio € in 5 Jahren Börsennotiert — hohe Transparenz und Bilanzdisziplin

Die DFL-Bilanz zeigt einen finanziell soliden Club. Die Leading Indicators zeigen einen Club in der Ergebniswende. Die Strukturrisiken zeigen ein Geschäftsmodell, das auf Fortschreibung von Transferinflation und CL-Teilnahme gebaut ist. Der Black Swan — ein Private-Credit-getriebener Rückgang der PL-Kaufkraft — würde nicht nur den BVB treffen, sondern das gesamte Bundesliga-Exportmodell.

Die hier gezeigten Bilanzdaten basieren auf den DFL-Finanzkennzahlen 2025 (Geschäftsjahr 2023/24, Stichtag 30.06.2024). Die Bundesliga insgesamt wuchs in der Saison 2024/25 um 6,7 Prozent auf über 5 Milliarden Euro Umsatz. Ob Borussia Dortmund überproportional von diesem Wachstum profitiert hat, werden die nächsten DFL-Finanzkennzahlen zeigen, die für Mai oder Juni 2026 erwartet werden. Im Tab Ausblick findet sich eine informierte Hochrechnung.

68
Robust
Umsatz 2023-24
€600.6M
Rohergebnis · Konzernabschluss
Personalkosten-Quote
44.7%
Liga-Ø 47.9%
Kaderwert
€510M
BW €220M · Reserven €290M
Signal Iduna Park
81.365 Plätze
Eigentum
Eigenkapital-Quote
55.5%
Liga-Ø 34.1%
Verbindlichkeiten-Quote
40.9%
Liga-Ø 47.0%
Fazit: Bilanziell noch solide (EK 327 Mio €), aber die Quartalszahlen zeigen eine klare Abwärtsdynamik: Personalkosten steigen (+9,5%), Prognose für GJ 2025-26 auf Verlust gesenkt (-12 bis -22 Mio €), EK-Quote fällt Richtung 50%. Das „Talentfabrik-Modell" funktioniert nur bei regelmäßigen Star-Verkäufen — ohne Gittens-Transfer wäre H1 2025-26 tiefrot. Der BVB verdient operativ kein Geld und ist existenziell von CL-Teilnahme und Transfererlösen abhängig.

DFL-Lizenz-Check

Der BVB erfüllt alle DFL-Lizenzkriterien. EK-Quote 55,5% liegt deutlich über dem Liga-Durchschnitt (34,1%). Verbindlichkeiten-Quote 40,9% ist unter 50%. Als börsennotierter Verein unterliegt der BVB zusätzlichen Transparenzpflichten, die die Bilanzdisziplin stärken.

Eigenkapital positiv
€327M
Bestanden
EK-Quote > 30%
55.5%
+25.5 Pkt Puffer
Verbindl. < 50%
40.9%
9.1 Pkt Puffer
Bilanz (2024-06-30)
Bilanzsumme€589.7M
Anlagevermögen€392M
Umlaufvermögen€187.6M
Eigenkapital€327M
Rückstellungen€1M
Verbindlichkeiten€241M
GuV (2023-24)
Rohergebnis€600.6M
Personalaufwand€268.5M
Abschreibungen€104.3M
EBITDA€153M
Ergebnis n. Steuern€44.3M
Spielerberater€36.6M

EK-Röntgen — Stille Reserven im Kader

Moderates Repricing-Risiko: Einige hochbezahlte Spieler (Süle, Can) mit auslaufenden Verträgen und sinkenden Marktwerten. Dem stehen erhebliche stille Reserven bei Adeyemi, Schlotterbeck und Nmecha gegenüber. Die Kaderwert-Entwicklung von 438 auf 500 Mio € (Herbst 2025) zeigt positive Tendenz.

Kader-Bewertung
Spielervermögen (Buchwert)€220M
Kader-Marktwert€510M
Stille Reserven€290M
Highlight-Spieler
Karim Adeyemi BW €18M → MW €60M+€42M
Nico Schlotterbeck BW €8M → MW €55M+€47M
Felix Nmecha BW €18M → MW €45M+€27M

Transferbilanz (5 Jahre)

Positive Transferbilanz über 5 Jahre — der Club wirtschaftet auf dem Transfermarkt nachhaltig.

SaisonAusgabenEinnahmenNetto
2025-26€100M€76M-€24M
2024-25€95M€64M-€31M
2023-24€66M€113M+€47M
2022-23€86M€95M+€9M
2021-22€55M€95M+€40M
5-Jahres-Saldo€402M€443M+€41M

Financial Stability Score — Komponenten

EK-Quote (25%)
100
Personalquote (25%)
75
Verbindlichkeiten (20%)
50
Transferbilanz (15%)
65
Umsatz-Diversif. (15%)
55
Stärken
  • Zweithöchstes EK der Liga (327 Mio €) bei starker EK-Quote (55,5%)
  • Erfolgreiche Spielerentwicklung: 4 Verkäufe über 75 Mio € in 5 Jahren
  • Börsennotiert — hohe Transparenz und Bilanzdisziplin
  • Rekordumsatz 526 Mio € (GJ 2024-25) zeigt operative Stärke
Schwächen
  • Gehaltsstruktur überdehnt: 268 Mio € Personalkosten fressen fast den gesamten Umsatz — Transferbudget Sommer 2026 nur 25-40 Mio € trotz CL + Klub-WM
  • Gewinneinbruch GJ 2024-25: Nur 6,5 Mio € Konzerngewinn (Vorjahr 44,3 Mio) — EK-Quote bereits auf 53% gefallen
  • Talentfabrik-Modell fragil: Ohne regelmäßige Mega-Sales (80M+) kippt die Transferbilanz ins Negative
  • Gehaltsfehlallokationen: Süle (~11 Mio/Jahr als IV Nr. 4), abgefundener Mislintat, auslaufende Hochverdiener (Brandt, Can, Groß) binden Mittel
  • Existenzielle CL-Abhängigkeit: Ohne CL-Qualifikation fehlen ~50-80 Mio € TV-Erlöse — dann droht laut Sky-Reporter „der große Knall"
  • Nächster Star-Verkauf unsicher: Adeyemi (wertvollster Spieler) zeigt keine Verlängerungsbereitschaft, aber Abgang ohne Ersatz schwächt Kader

Risikoprofil

Leading Indicators

Quartalsberichte (IFRS)
H1 2025-26: PK +9,5%, Prognose auf Verlust gesenkt (-12 bis -22 Mio). Einziger börsennotierter BL-Club — Echtzeit-Transparenz.
Transferbudget
Sommer 2026 nur 25-40 Mio trotz CL + Klub-WM. Zeigt: Erlöse werden von PK aufgefressen.
Vertragssituation Kader
7 Verträge liefen Sommer 2026 aus (Brandt, Süle, Can, Groß, Özcan, Meyer, Reyna). Entlastet PK, aber: Qualitätsverlust ohne Ersatzinvestitionen.

Strukturrisiken

Hoch
Talentfabrik-Abhängigkeit
Geschäftsmodell braucht alle 1-2 Jahre einen 80M+ Verkauf an PL-Clubs. Ohne: operativer Verlust.
Hoch
CL-Abhängigkeit
Ohne CL-Qualifikation fehlen 50-80 Mio TV/Prämien. Unterschied zwischen Gewinn und signifikantem Verlust.
Mittel
Gehaltsrigidität
268 Mio PK bei 526 Mio Umsatz (51% reale PK-Quote). Langfristige Verträge mit Hochverdienern bremsen Anpassung.

Black Swan

PL Transfer-Deflation durch Private Credit Bust
Blue Owl -68%, BDC-Markt in Kontraktion. PE-finanzierte PL-Clubs (Chelsea/Clearlake, Man City/Silver Lake) unter Druck. PL Squad Cost Ratio 85% ab 2026-27 deckelt zusätzlich. Wenn PL-Kaufkraft strukturell sinkt, bricht BVBs Kerngeschäftsmodell.
Verpasste CL-Quali + kein Star-Verkauf
Kombination aus: keine CL 2026-27 (-50-80M) + Adeyemi-Abgang unter Marktwert oder Verlängerung statt Verkauf = Verlust von 30-50 Mio, EK-Quote unter 50%.
Risiko-Fazit: Die DFL-Bilanz zeigt einen finanziell soliden Club. Die Leading Indicators zeigen einen Club in der Ergebniswende. Die Strukturrisiken zeigen ein Geschäftsmodell, das auf Fortschreibung von Transferinflation und CL-Teilnahme gebaut ist. Der Black Swan — ein Private-Credit-getriebener Rückgang der PL-Kaufkraft — würde nicht nur den BVB treffen, sondern das gesamte Bundesliga-Exportmodell.

Ausblick — Hochrechnung GJ 2024/25

Schätzung · Keine offiziellen Zahlen

Die offiziellen DFL-Bilanzdaten beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2023/24. Auf Basis der bekannten Eckdaten — Transferaktivität 2024/25, Liga-Wachstum (+6,7% laut DFL-Wirtschaftsreport), sportliche Ergebnisse — lässt sich der Stand per 30.06.2025 informiert hochrechnen. Diese Schätzung wird ersetzt, sobald die offiziellen DFL-Finanzkennzahlen voraussichtlich im Mai/Juni 2026 veröffentlicht werden.

KennzahlGJ 23/24 (DFL)GJ 24/25 (Schätzung)
Umsatz€600.6M~€641M
Personalaufwand€268.5M~€285M
PK-Quote44.7%~44.5%
Transferergebnis netto-€31M
EBITDA€153M~€159M
Geschätztes Ergebnis€44.3M~€31–47M
Geschätztes EK€327M~€358–374M
Geschätzte EK-Quote55.5%~58–60%
Simulator (in Vorbereitung): Ab Sommer 2026 können Sie hier Szenarien durchspielen — Was passiert bei Abstieg? Was bringt die Europa-League-Qualifikation? Erlösseite, Kostenseite, Handlungsbedarf — interaktiv pro Club.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist das Eigenkapital von Borussia Dortmund?
Das Eigenkapital lag zum 30.06.2024 bei 327 Mio € (Konzern). Das ist der zweithöchste Wert aller 18 Bundesligisten nach Bayern (570 Mio €). Die EK-Quote beträgt 55,5%.
Ist der BVB profitabel?
Eingeschränkt. Im GJ 2023-24 betrug der Konzerngewinn 44,3 Mio € — begünstigt durch den CL-Finaleinzug und hohe Transfererlöse. Im GJ 2024-25 brach er auf nur 6,5 Mio € ein (bei Rekordumsatz 526 Mio €). Das zeigt: Der BVB verdient operativ kaum Geld — das Ergebnis hängt an CL-Runden und Spielerverkäufen.
Wie erfolgreich ist der BVB auf dem Transfermarkt?
Historisch sehr erfolgreich — Bellingham (103 Mio €), Sancho (85 Mio €), Haaland (75 Mio €), Gittens (56 Mio €). Die 5-Jahres-Bilanz ist mit +41 Mio € positiv. Aber: Ohne diese vier Mega-Deals wäre sie deutlich negativ. Das Modell braucht regelmäßig einen Star-Verkauf, um den hohen Personalaufwand (268 Mio €) zu finanzieren. Transferbudget Sommer 2026: nur 25-40 Mio €.
Hat der BVB versteckte Werte in der Bilanz?
Ja. Der geschätzte Kader-Buchwert liegt bei ca. 220 Mio €, der Marktwert bei ca. 510 Mio €. Die Differenz (290 Mio € stille Reserven) resultiert vor allem aus Marktwert-Steigerungen bei Adeyemi (60 Mio €), Schlotterbeck (55 Mio €) und Nmecha (45 Mio €).
Erfüllt der BVB die DFL-Lizenzanforderungen?
Ja, komfortabel. Positives EK, EK-Quote über 30%, Verbindlichkeiten unter 50%. Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt der BVB zusätzlichen Transparenz- und Berichtspflichten.
Warum muss der BVB trotz Rekordumsatz sparen?
Weil die Personalkosten (268 Mio €, davon ~200 Mio Spielergehälter) fast den gesamten Umsatz auffressen. Die Gehaltsstruktur wurde über Jahre aufgebläht (Süle ~11 Mio/Jahr, Brandt, Can als Hochverdiener). Selbst CL-Einnahmen und Klub-WM-Erlöse (~50 Mio) reichen nicht für großes Transferbudget. Der BVB muss erst Gehälter abbauen (mehrere Verträge laufen 2026 aus), bevor wieder investiert werden kann.
Wie aktuell sind die Daten auf dieser Seite?
Die Bilanzdaten basieren auf den DFL-Finanzkennzahlen 2025, die das Geschäftsjahr 2023/24 abbilden (Stichtag 30.06.2024). Kaderwerte sind aktuell (April 2026, Quelle: SportMonks/Transfermarkt). Transferdaten sind aktuell. Die nächsten Club-Level-Bilanzdaten (GJ 2024/25) erwartet die DFL voraussichtlich im Mai oder Juni 2026. Im Tab Ausblick findet sich eine informierte Hochrechnung.
Quellen & Methodik: Bilanzdaten: DFL Finanzkennzahlen 2025 (GJ 2023-24), Konzernabschluss · Kaderwerte: SportMonks / Transfermarkt (April 2026) · Liga-Aggregate: DFL Wirtschaftsreport 24/25 (Jan. 2026) · FSS: eigene Berechnung · Methodik → · Stand: 12.04.2026
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